Profil des DRZ

Das DRZ verfolgt zur Erforschung und Förderung der Resilienz zwei Forschungsstrategien: Erstens werden mittels verschiedener Methoden und Forschungsansätze die Mechanismen erforscht, die Resilienz vermitteln. Auf der Basis dieses Wissens werden dann zweitens Interventionen entwickelt, um Betroffenen Hilfe anzubieten. Neben diesen beiden Forschungsstrategien bietet das DRZ für die wissenschaftliche Fachgemeinschaft und die Öffentlichkeit wissenschaftsbasierte Dienstleistungen an.

Forschungsstrategie 1: Resilienzmechanismen verstehen

Das DRZ arbeitet in grundlagenwissenschaftlichen Studien sowie Studien am Menschen zum Verständnis von Mechanismen des Gehirns, die als zentral für Resilienz angesehen werden können. Dazu gehören etwa kognitive Mechanismen, die die Neu- und Umbewertung als stressvoll erlebter Situationen ermöglichen oder die Balance-Steuerung zwischen erregenden und hemmenden neuronalen Prozessen. Mehr dazu findet sich bei der Beschreibung der Forschungsbereiche und Forschungsplattformen. Hierzu gehört auch die Durchführung von prospektiven Langzeitstudien an humanen Kohorten, wie etwa die "Longitudinal Resilience Assessment"-Studie (LORA) und das "Mainzer Resilienz-Projekt" (MARP).

Forschungsstrategie 2: Interventionen entwickeln und implementieren

Auf dem Wissen über Resilienzmechanismen aufbauend entwickelt das DRZ resilienzfördernde Interventionen beim Menschen. Dazu gehören z.B. psychologische Trainings, die umschriebene Veränderungsstrategien bei der Bewertung als belastend erlebter Ereignisse des täglichen Lebens einüben, oder Neurofeedbackverfahren. Entsprechende Interventionen werden in Laborexperimenten und in randomisiert-kontrollierten Studien auf ihre Wirksamkeit hin getestet. Bewähren sich die Methoden, werden diese für moderne Medien wie Smartphone­Applikationen oder Online-Programme adaptiert. Mittelfristig ist geplant, wirksame Interventionen der Gesundheitsförderung vor Ort, etwa in Betrieben, Schulen oder Hochschulen, zu implementieren. Darüber hinaus führt das DRZ repräsentative Erhebungen zu Stresserleben und Resilienz durch, um Zielgruppen zu identifizieren, die von resilienzfördernden Interventionen profitieren können.

Wissenschaftsbasierte Dienstleistungen

Ein wichtiges Ziel des DRZ ist es, wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Bevölkerung anzubieten.

Über seine Plattformen MBU, MAIC und CIC bietet das DRZ Serviceleistungen für die wissenschaftliche Gemeinschaft an. Mehr Informationen finden sich bei der Darstellung der Plattformen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beratung und Information. Das DRZ erreicht seit 2014 eine ständig wachsende Nachfrage nach Beratung und Information zum Thema Resilienz. Dementsprechend bietet das DRZ Vorträge und Workshops für Betriebe, Schulen und Hochschulen, öffentliche Verwaltung usw. an. Um die Aktivitäten zu bündeln, baut das DRZ aktuell ein wissenschaftlich fundiertes Kompetenz- und Beratungszentrum zu Fragen rund um Stress und Resilienz auf. Darüber hinaus ist die Etablierung einer "Stresssprechstunde" (Resilienzambulanz) für belastete Bürgerinnen und Bürger in Planung.